Main Echo – Juni 2018 (Text: Marion Stahl)

Geiselbach-Omersbach. Die Teufelsmühle in Omersbach steht inmitten des idyllischen Teufelsgrunds, durch den der Omersbach, Namensgeber für den Geiselbacher Ortsteil, fließt. Mit neuer Photovoltaikanlage auf dem ebenfalls neuen Dach verfügt sie inzwischen sogar über eine eigene Stromversorgung.

Denn was kaum einer weiß: Die Erbengemeinschaft, der das Anwesen gehört, kümmert sich rührig um den Erhalt des Gebäudes. „In den vergangenen fünf Jahren haben wir rund 25 000 Euro investiert“, erzählt Katrin Ostermeier, die Urenkelin des Erbauers Kilian Hofmann (siehe Kasten), im Telefonat mit unserem Medienhaus. Die Familienmitglieder verbringen hier jedes Jahr einige Wochen. Teilweise mit Freunden, von denen jeder auch mal Hand anlegt, wenn es was zu reparieren gibt. „Hier sind sogar schon Doktorarbeiten entstanden.“

Die in München lebende 38-Jährige ist die Tochter von Lydia Ostermeier, die mit ihrer Schwester Ottilie Arndt das Buch „Des Teufels Mühle“ geschrieben hat. Zusammen mit dem gleichaltrigen Cousin Jan Vobis läuten sie eine weitere Generation aus der Erbengemeinschaft ein. Mit neuen Ideen wollen sie die Teufelsmühle in die Zukunft bringen. „Aber nicht als Museum, sondern als belebtes Haus. Und das alles im Einklang mit der Natur.“ Deshalb sei auch noch eine biologische Toilettenanlage geplant.

Dem Wasser im Brunnen, aus dem die Teufelsmühle gespeist wird, habe das Landratsamt vor zwei Jahren Trinkwasserqualität bescheinigt. Und nachdem ein Architekt bestätigt habe, dass die „Statik noch lange hält“, habe sich die Erbengemeinschaft entschlossen, weiter zu investieren. Allein die Schäden des Hochwassers im Mai vergangenen Jahr beliefen sich auf 6500 Euro, zu denen das Landratsamt 1400 Euro aus dem Unwetterfonds beigesteuert habe.

Da die Erben „in alle Winde zerstreut leben“, wird für die Teufelsmühle ein Pächter gesucht. Der bisherige, Ludwig Thalheimer aus Mömbris, habe sich aus Altersgründen zurückgezogen. „Wir sind ihm sehr verbunden“, bedankt sich Ostermeier. Zugleich hofft sie, dass der „Neue“ ebenso viel Herz für das fast 110 Jahre alte Gemäuer mitbringt. Während ihr Großvater Alfred Hofmann die Teufelsmühle als ständige Gaststätte geführt hat, war sie beim bisherigen Pächter nur zeitweilig geöffnet. „Wie das der neue Pächter machen will, bleibt ihm überlassen.“ Die Familie selbst sei jedenfalls nicht bestrebt, die Teufelsmühle zu einer profitorientierten Gaststätte auszubauen.

Die plant vielmehr eine ganz andere Neuerung: Als Kooperation mit der Gemeinde soll alljährlich ein „Teufelsmühlenfest“ organisiert werden; in Anlehnung an die Feier zum 100-jährigen Jubiläum 2009. „Die Teufelsmühle ist ein wichtiger Teil unserer Ortsgeschichte“, befürwortete Bürgermeisterin Marianne Krohnen (CSU) diese Idee in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Marion Stahl

ZLE: Aus der Historie der Teufelsmühle

Die heutige Teufelsmühle war einst die mittlere von drei erstmals um 1782 erwähnten Mühlen. Auf den Grundmauern des 1892 abgerissenen Gebäudes hat der Omersbacher Schreiner Kilian Hofmann 1909 eine Jagdhütte errichtet und sie 1920 mit Sohn Alfred um ein Stockwerk erweitert. Von 1949 bis 1956 führten Alfred und seine Frau Anna die Teufelsmühle als Gaststätte und lebten hier mit den fünf Kindern (die spätere Erbengemeinschaft). Danach wurde sie immer wieder neu verpachtet. Unter andereman Karl Fischer, der im Juli 1960 von einem 25-jährigen, geistig verwirrten Mann aus Somborn erstochen wurde.

Den Namen Teufelsmühle führen viele auf die Sage vom Hahnenschrei zurück. Demnach lebte in einer der drei Mühlen ein Müller, der eine Wassermauer setzte. Kaum war sie fertig, hatte die Mauer einen langen Riss. Als der Müller rief „Soll dich doch der Teufel holen“, erschien dieser tatsächlich. Der Teufel bot dem Müller an, den Riss zu schließen – mit der Seele des Müllers als Lohn. Da er seine Seele behalten durfte, wenn der Teufel es nicht schaffen sollte, den Riss vor dem ersten Hahnenschrei zu schließen, griff des Müllers Frau zu einer List: rechtzeitig ahmte sie einen Hahnenschrei nach.

Neues Dach auf der Teufelsmühle