Geschichtliches zur Teufelsmühle

 

Die historische Teufelsmühle

Westlich von Omersbach, einem Ortsteil von Geiselbach, gelangt man in den wildromantischen Teufelsgrund.

Laut einer Karte des Landgerichts Krombach aus dem Jahr 1782 befanden sich in diesem abgelegenen Nebental des Spessarts drei Kornmühlen. Im Zuge der Industrialisierung, die auch im Spessart spürbar wurde, gerieten die Mühlen im Teufelsgrund zunehmend unter wirtschaftlichen Druck und mussten ihren Betrieb einstellen.

Als erste verschwand die Obere Mühle 1847 buchstäblich von der amtlichen Flurkarte. Bald darauf wurde auch die Untere Mühle aufgegeben.

Am längsten wurde die Mittlere Mühle betrieben. Ihr letzter Müller war Konrad Stenger. Er gab 1891 das Mühlenhandwerk auf und verkaufte die Mühle an den Landwirt Johann Alig aus Omersbach. Der ließ 1892 die Mühle abreißen. Das gut abgelagerte Holz des Fachwerks war so wertvoll, dass er es für einen eigenen Hausbau verwendete.

Der Omersbacher Schreiner Kilian Hofmann

Der Grundbesitz der Mühle ging später in das Eigentum des Omersbacher Schreiners Kilian Hofmann über. Der errichtete auf den verbliebenen Grundmauern der alten Mühle 1909 eine Jagdhütte. 1920 erweiterte er zusammen mit seinem damals sechzehnjährigen Sohn Alfred die Jagdhütte um ein Stockwerk und verlieh ihr zunehmend das heutige Aussehen.

In den folgenden Jahren wurde die Teufelsmühle an die Pfadfinder und andere Jugendgruppen vermietet.

Die Teufelsmühle wurde in den 30er Jahren von Pfadfindern genutzt

Alfred Hofmann, der vor dem Zweiten Weltkrieg Meteorologe beim Reichswetterdienst war, kehrte nach dem Krieg von der Ostfront heim. Da der staatliche Wetterdienst noch nicht aufgebaut war, war er arbeitslos. Er beseitigte die Schäden, die die Teufelsmühle während der Kriegsjahre durch Vandalismus erlitten hatte. 1949 gestaltete er sie zu einer Ausflugsgaststätte um. Er war mit Leib und Seele Wirt und Teufelsmüller.

1956 nahm der Deutsche Wetterdienst seinen Betrieb auf. Damit endete Alfreds Zeit als Wirt. Schweren Herzens kehrte er wieder in seinen angestammten Beruf des Meteorologen zurück.

Teufelsmüller Alfred Hofmann mit Frau Anna und den Zwillingstöchtern Lydia und Ottilie – 1953

Die Teufelsmühle wurde an den Geiselbacher Karl Fischer verpachtet, der die Gastwirtschaft gemeinsam mit seiner Frau Antonie weiter betrieb. Er wurde 1960 von einem aus der Psychiatrie entflohenen Mann erstochen Mehr dazu.

Seitdem ist der Gastbetrieb eingestellt und die Teufelsmühle besitzt keine Schankerlaubnis. Zum 1. Mai und zum Vatertag veranstaltet der heutige Pächter ein Teufelsmühlenfest und lässt die alten Zeiten hochleben.

Die Teufelsmühle wird von den Nachkommen von Kilian und Alfred Hofmann in Kooperation mit dem Pächter erhalten.